Dateien sagt der Explorer wenn ich auf die Eigenschaften des
Norwegenordners klicke. Es lebe die schöne Welt der digitalen Fotografie, mal
hochrechnen, wie viel Bilder das am Tag sind. 8 Wochen war ich unterwegs. In
der Zahl sind auch die kurzen Filmchen und das eine oder andere arty-farty pic,
die ich mit der kleinen Canon schoß enthalten. Das große Sichten der Bilder
wird es am Stück nicht geben, dazu sind es zu viele und es wird auch noch
einige Zeit dauern, bis ich „durch“ bin. Auf der anderen Seite möchte ich für
Elena die eine oder andere Präsentation zusammenstellen und zwar bis spätestens
Ende März.
Das Fotografieren war sehr schön dort. Ich hatte genügend
Zeit, mich mit den Motiven auseinander zu setzen; auch wenn wegen aufziehender
Dunkelheit oft Eile geboten war, insbesondere dann, wenn ich den Tag wegen der
Dunkelheit Foto technisch abgeschlossen hatte und auf dem Rückweg dann doch
noch was gesehen habe. Die Augen stehen halt nie still. Ob man es den Bildern
ansieht, dass ich Ruhe und Zeit hatte müssen andere entscheiden.
Durch das eher dämmerige Licht kämpfte ich eigentlich die
gesamte Zeit mit dem Fokussieren, da ich auf meinen Objektiven stets einen
Polfilter habe, wird das zur Verfügung stehende Licht noch mal reduziert, wenn
ich mich recht entsinne sind es bei vollem Wirkungsgrad des Filters zwei
Blendenstufen – also schon eine Hausnummer. Bevor hier jemand meckert: die
Polfilter habe ich zum Schutz der Linse ständig drauf. Das hat sich bisher
mind. 2x bewährt. In Island, als mir die Kameratasche herunterfiel (Island ist
eh ein eher raues Bilderbuch) und nun auf der Rückreise in Sortland, als ich
unvorsichtig war und das kleine Stativ vorne überkippte. Beide Male hätte es
mir mit Sicherheit die Linse zerhauen.
„Zerhauen“ hat es mir dort oben in den letzten zwei Wochen
mein „großes“ Zoom. Der Autofokus (fast hätte ich Autolokus geschrieben. *G*)
will nicht mehr –würde die dritte Reparatur bedeuten. Schon bei dem zweiten
Ausfall des Antriebes hatte ich überlegt, das Ding verschrotten zu lassen und
ein neues anzuschaffen; mein Kontostand riet mir jedoch zur Reparatur. Nun
hatte ich jedoch die Faxen dicke und habe vorletzte Woche ein neues Objektiv
gekauft. 24-85mm, 1:3,5. Mit dem Brennweitenbereich liebäugelte ich schon etwas
länger.
Das kaputte deckt den Bereich 18-200mm ab. Ich habe es immer
gerne verwendet und war seit 2007 auf allen Reisen dabei. Die Konstruktion mit
dem außenliegenden Zoom und sicherlich auch meinen manchmal (aber wirklich nur
manchmal) nachlässigen Umgang (Island, 2010, im Regen Langzeitaufnahmen von
einem kleinen Wasserfall in einer Schlucht… *G*) sind dafür verantwortlich,
dass Elektronik und Mechanik zu sehr leiden mussten. Das neue hat nun auch
keinen innenliegenden Zoom, aber der Hub ist weitaus kleiner. Ich gelobe
Besserung!
Aufgrund der Lichtverhältnisse und diversen Spielereien mit
den Blenden habe ich bei fast allen Bildern ein Stativ verwendet. Ich hatte
zwei dabei. Ein großes schweres und mein kleines leichtes, welches mich nun
seit ein paar Jahren begleitet. Beide Stative standen fast die gesamte Zeit
draußen am Haus; allzeit bereit und waren stets dabei. Mal das große, mal das
kleine. Regen, Wind, Schnee, Frost. Materialtest nicht nur in Sachen Kleidung. Soweit ich das beurteilen kann, haben es beide wohlbehalten überstanden.
Als kurz vor Weihnachten dieser Typ auftauchte und mit
seinem absolut respektlosen Verhalten und seinem Machogehabe gegenüber Elena,
Rocco und mir für sehr viel Unruhe sorgte kamen allerdings auch eine nette Kamera
und diverse Bildbearbeitungsprogramme mit an Land. Die Aufnahmequalität sowohl
der Einzel- als auch Videoaufnahmen der Kamera haben mich durchaus mit dem
Gedanken spielen lassen, diese Kamera auszuleihen oder gar zu bestellen (Nikon D7000). Es ist
keine Vollformatkamera, steht aber „kurz“ davor. Allerdings meine ich, meine
Kamera noch nicht vollends ausgeschöpft zu haben.
Weiter hatte der junge Mann diverse
Bildbearbeitungsprogramme auf seinem Rechner. Der Herr möchte Profifotograf
werden – den Willen und die Ausdauer hat er bestimmt, aber er muss an seinem
Charakter feilen und zwar mit einer groben Feile. Zurück zu der Software, von
der ich mir paar Einblicke genehmigen konnte. Der Typ zeigt halt auch gerne,
was er alles tolles hat und alles tolles damit machen kann. Er werkelt meist
mit Lightroom umher. Klar, das Programm ist nichts neues. Aber wie bei der
Kamera: ich bin mit Elements 7 (uraltes Programm) ganz zufrieden und ich habe
es noch nicht ausgereizt. Habe mir aber dennoch – aus Neugier – vor ein paar
die Testversion von LR heruntergeladen und siehe da! Es ergeben sich ganz neue
Möglichkeiten; u.a. vereinfachtes Nachbelichten oder Aufhellen von Bildpartien,
Lichter und Schatten lassen sich gezielter bearbeiten und der gesamte Workflow
scheint ebenfalls einfacher zu sein. Gleichzeitig teste ich Elements 11. Meine
Entscheidung dürfte aber gefallen sein.
Als Fazit in Sachen Knipserei kann ich sagen, dass ich die
Zeit dort oben sehr gut genutzt habe und meine Fähigkeiten erweitert und
vertieft habe. Bin erst mal zufrieden. Aber Ausruhen gilt nicht. Da ist noch
genügend Spielraum und Potential vorhanden; nach oben natürlich, immer nur nach
oben.
Wenn es mir Zeit und Muße erlauben, werde ich in der
kommenden Woche mein Flickr Konto mit Bilder bestücken und auch hier Bilder und
Filmchen reinstellen.
Und zu dem Thema Technik noch: bringt alles nichts, wenn man
den Gullfoss eh nur vom Parkplatz aus fotografiert, gell? Da reicht meines
Erachtens auch ne einfache Knipse oder das Smartphone oder das Ei-Pätt oder so.
Letztens habe ich in einem Fotografieforum einen netten Spruch gelesen. Geht ungefähr so: „Es ist immer noch der Fotograf, der das Bild macht. Das
gilt sowohl für gute als auch für schlechte Bilder.“
In diesem Sinne. Ich muß jetzt langsam los… sonst komm ich
gar nicht mehr an.
Einen schönen Sonntag und danke für´s Lesen.
