Ja, die sieht man von hier ja Tag ein Tag aus. Und auch
nachts. Dann verwandelt sich die Bergkette in eine Lichterkette auf
Meeresspiegelhöhe. Letzten Freitag machten wir, Gijsbert, Rocco und ich, auf
den Weg, um die spitzen teils mit Schnee bedeckten Berge aus der Nähe zu sehen.
Mit dem Boot ging´s nach Bø. Von dort mit dem Auto durch
Vesteralen nach Sortland, Fahrzeit: ca. 1 Stunde. Von Sortland ging´s an der
Küste entlang nach Melbu, Fahrzeit: ca. 1 Stunde. In Melbu stiegen wir auf die
ganzjährige Fähre nach Fiskibol, Fahrzeit: ca. 25 Minuten. Gijsberts Ziel auf
den Lofoten war Laukvik, Fahrzeit: ca. 60 Minuten (manchmal dauerts auch ne
Stunde… höhö). Rocco und ich hatten uns für drei Nächte in Henningsvær einquartiert. Fahrzeit von Laukvik nach
Henningsvær… na… wer kommt drauf? Die Straßen waren teilweise vereist, es lies
sich aber recht gut fahren, da auch kaum bis gar kein Verkehr war.
Henningsvær ist
wohl „das“ touristische Zentrum der Lofoten. Es ist alles recht putzig
zurechtgemacht. Die alten Häuser sehen
gut erhalten aus. Unsere Ferienwohnung war in einem der alten Häuser an dem
Kanal im Zentrum. Recht schön und
gemütlich das Ganze.
Da das Wetter
hervorragend war machte ich einen kleinen nächtlichen Spaziergang durch´s
Städtle, habe mich aber nur auf den einen Teil beschränkt. Zwei, drei Eindrücke
auf die Speicherkarte geladen und dann zurück ins Warme.
Am nächsten Tag war
erstmal Ausschlafen und Einkaufen angesagt. Dann sind wir, relativ spät, Richtung
Eggum aufgebrochen. Eggum liegt an einer der westlichen Inseln und direkt am
Atlantik. Es gibt ein Naturreservat, einen Campingplatz und eine Skulptur. Da
ich mich mehr und mehr für Landschaftsskulpturen interessiere war die Skulptur,
Hod (Kopf), das Ziel der Fahrt. Rocco war es mehr oder weniger egal. Die
Skulptur ist aus Metall und sieht von allen Seiten anders aus; ja, er steht
sogar manchmal Kopf der Kopf. Irgendwo habe ich gelesen, dass es 16
unterschiedliche Bilder gibt und man kann immer einen menschlichen Kopf
erkennen, mal die klassische Ansicht, mal etwas abstrakter. Falls sich jemand
von euch in die Ecke verirren sollte, hinfahren und anschauen. Ein kleiner
Spaziergang auf einem Fahrweg inklusive. Zum Parkplatz zurück ging es dann durch Schneetreiben über einen gefrorenen See.
Hei, das hat Spaß gemacht! Schnee und Eis schafften eine Landschaft in
schwarz/weiß. Das Eis war wunderbar glatt – ein Traum zum Schlittschuhlaufen…
ach ja… da wurden Kindheitserinnerungen wach. Stativ, Sitzkissen und Knipse
kamen zum Einsatz; leider nicht sehr oft, da das Objektiv sehr schnell
eingeschneit war.
Wind und Schnee an mir
und Eis und Schnee unter mir. Schön war´s. Im Windschatten war es mir dann
sogar fast zu warm.
Zu Hause gab es dann
Spaghetti mit Tomatensauce, schnelles Internet und ein Studium der groben
Lofotenkarte. Ein Ziel für den nächsten Tag, bitte sehr. Da man für 50km gut
eine Stunde Fahrzeit rechnen muß, entschied ich mich für Leknes. Das ist ein
Ort an der östlichen Seite der Lofoten.
Wir starteten etwas
früher als am Tag zuvor und hatten bis Leknes stets die Sonne an unserer Seite.
Zwei, drei Fotostops entlang der südlichen Straße. Als dann die Sonne vollends
weg war, also, nur um Missverständnissen vorzubeugen: die Sonne selbst, also
als Ball, ist schon länger nicht mehr zu sehen. Aber sie scheint trotzdem, halt
unterm Horizont und für ein paar Stunden ist es hell; so ab halb zehn erkennt
man Farben und gegen zwei Uhr wird es schummerig. Ab drei Uhr ist dann Stirnlampenzeit.
In Leknes den Tank des
RAV4 aufgefüllt und ne Kleinigkeit gegessen.
Dienstag war dann Schluß
mit Ausschlafen. Auf dem Rückweg Gijsbert einsammeln und nach Möglichkeit die
Fähre erreichen. Um kurz vor neun waren wir dann auf dem Weg nach Laukvik, da
wo Gijsbert das verlängerte Wochenende verbracht hat. Vor Abfahrt hieß es aber
erstmal: Schnee runter vom Auto. In der Nacht hatten sich ein paar Schneeflocken
übereinander gestapelt und fühlten sich recht wohl. Ein schöner lockerer
Schnee. Dem Auto gefiel das nicht so… nach fünf Minuten sprang der gute Toyota
dann doch an. Gijsbert hatte mich gewarnt. Die Fahrt nach Laukvik war dann ein
bisschen hektisch und ich war froh um die Spikes.
Die Fähre erreichten
wir genau richtig, keine Minute zu früh und keine zu spät. Hihi. In Melbu
haben wir uns noch eine Skulptur angeschaut. Roccos Kommentar: „what is this
shit?“ Hihi. In Sortland und Bø gab es dann ein paar Dinge zu erledigen und
kurz vor Einbruch der Dunkelheit saßen wir im Boot und bretterten über das
salzige Nass.
Am Kai wartete
Elena und auch die Katzen begrüßten uns.
Nun war ich also
auch auf den Lofoten. Wie es mir gefallen hat? Ich glaube, im Sommer würden mir
1,5 Tage reichen. Es ist alles ein bisschen gleich und im geistigen Auge sah
ich die Wohnmobilschlangen vor und hinter mir.
Das war´s jetzt
erstmal für heute.
Danke für´s Lesen.
Ach ja… mir liegt
ein Kommentar vor, mit dem ich nicht so viel anfangen kann. Es geht um das Nordlicht/Leuchtturmbild
und das dieses ja was für einen bestimmten Kalender gewesen wäre, aber das „jemand“
ja nicht wollte. Von wem ist der Kommentar? Und ist die Aussage bzgl. des
Kalenders zu verstehen? Wäre nett, das zu erfahren, per Mail, bitte sehr. Danke
schön.
Hallo Siggi,
AntwortenLöschendass Du in dieser Gegend so viele Kindheitserinnerungen hast ... woher kommt das?
Von der vielen Dunkelheit? Von der Landschaft in schwarz / weiß ?
Deine Kindheit war wohl nicht immer einfach, hm ?
Aber bald werden die Tage wieder heller. Noch 3 mal schlafen.
Habt schöne Weihnachten im hohen Norden
Grüßle
Loewent