Montag, 17. Dezember 2012

Ganz schön viel Lofoten




Ja, die sieht man von hier ja Tag ein Tag aus. Und auch nachts. Dann verwandelt sich die Bergkette in eine Lichterkette auf Meeresspiegelhöhe. Letzten Freitag machten wir, Gijsbert, Rocco und ich, auf den Weg, um die spitzen teils mit Schnee bedeckten Berge aus der Nähe zu sehen.

Mit dem Boot ging´s nach Bø. Von dort mit dem Auto durch Vesteralen nach Sortland, Fahrzeit: ca. 1 Stunde. Von Sortland ging´s an der Küste entlang nach Melbu, Fahrzeit: ca. 1 Stunde. In Melbu stiegen wir auf die ganzjährige Fähre nach Fiskibol, Fahrzeit: ca. 25 Minuten. Gijsberts Ziel auf den Lofoten war Laukvik, Fahrzeit: ca. 60 Minuten (manchmal dauerts auch ne Stunde… höhö). Rocco und ich hatten uns für drei Nächte in Henningsvær einquartiert. Fahrzeit von Laukvik nach Henningsvær… na… wer kommt drauf? Die Straßen waren teilweise vereist, es lies sich aber recht gut fahren, da auch kaum bis gar kein Verkehr war.

Henningsvær ist wohl „das“ touristische Zentrum der Lofoten. Es ist alles recht putzig zurechtgemacht.  Die alten Häuser sehen gut erhalten aus. Unsere Ferienwohnung war in einem der alten Häuser an dem Kanal im  Zentrum. Recht schön und gemütlich das Ganze. 

Da das Wetter hervorragend war machte ich einen kleinen nächtlichen Spaziergang durch´s Städtle, habe mich aber nur auf den einen Teil beschränkt. Zwei, drei Eindrücke auf die Speicherkarte geladen und dann zurück ins Warme. 

Am nächsten Tag war erstmal Ausschlafen und Einkaufen angesagt. Dann sind wir, relativ spät, Richtung Eggum aufgebrochen. Eggum liegt an einer der westlichen Inseln und direkt am Atlantik. Es gibt ein Naturreservat, einen Campingplatz und eine Skulptur. Da ich mich mehr und mehr für Landschaftsskulpturen interessiere war die Skulptur, Hod (Kopf), das Ziel der Fahrt. Rocco war es mehr oder weniger egal. Die Skulptur ist aus Metall und sieht von allen Seiten anders aus; ja, er steht sogar manchmal Kopf der Kopf. Irgendwo habe ich gelesen, dass es 16 unterschiedliche Bilder gibt und man kann immer einen menschlichen Kopf erkennen, mal die klassische Ansicht, mal etwas abstrakter. Falls sich jemand von euch in die Ecke verirren sollte, hinfahren und anschauen. Ein kleiner Spaziergang auf einem Fahrweg inklusive. Zum Parkplatz zurück ging es dann  durch Schneetreiben über einen gefrorenen See. Hei, das hat Spaß gemacht! Schnee und Eis schafften eine Landschaft in schwarz/weiß. Das Eis war wunderbar glatt – ein Traum zum Schlittschuhlaufen… ach ja… da wurden Kindheitserinnerungen wach. Stativ, Sitzkissen und Knipse kamen zum Einsatz; leider nicht sehr oft, da das Objektiv sehr schnell eingeschneit war. 

Wind und Schnee an mir und Eis und Schnee unter mir. Schön war´s. Im Windschatten war es mir dann sogar fast zu warm. 

Zu Hause gab es dann Spaghetti mit Tomatensauce, schnelles Internet und ein Studium der groben Lofotenkarte. Ein Ziel für den nächsten Tag, bitte sehr. Da man für 50km gut eine Stunde Fahrzeit rechnen muß, entschied ich mich für Leknes. Das ist ein Ort an der östlichen Seite der Lofoten. 

Wir starteten etwas früher als am Tag zuvor und hatten bis Leknes stets die Sonne an unserer Seite. Zwei, drei Fotostops entlang der südlichen Straße. Als dann die Sonne vollends weg war, also, nur um Missverständnissen vorzubeugen: die Sonne selbst, also als Ball, ist schon länger nicht mehr zu sehen. Aber sie scheint trotzdem, halt unterm Horizont und für ein paar Stunden ist es hell; so ab halb zehn erkennt man Farben und gegen zwei Uhr wird es schummerig. Ab drei Uhr ist dann Stirnlampenzeit. 

In Leknes den Tank des RAV4 aufgefüllt und ne Kleinigkeit gegessen.

Dienstag war dann Schluß mit Ausschlafen. Auf dem Rückweg Gijsbert einsammeln und nach Möglichkeit die Fähre erreichen. Um kurz vor neun waren wir dann auf dem Weg nach Laukvik, da wo Gijsbert das verlängerte Wochenende verbracht hat. Vor Abfahrt hieß es aber erstmal: Schnee runter vom Auto. In der Nacht hatten sich ein paar Schneeflocken übereinander gestapelt und fühlten sich recht wohl. Ein schöner lockerer Schnee. Dem Auto gefiel das nicht so… nach fünf Minuten sprang der gute Toyota dann doch an. Gijsbert hatte mich gewarnt. Die Fahrt nach Laukvik war dann ein bisschen hektisch und ich war froh um die Spikes. 

Die Fähre erreichten wir genau richtig, keine Minute zu früh und keine zu spät. Hihi. In Melbu haben wir uns noch eine Skulptur angeschaut. Roccos Kommentar: „what is this shit?“ Hihi. In Sortland und Bø gab es dann ein paar Dinge zu erledigen und kurz vor Einbruch der Dunkelheit saßen wir im Boot und bretterten über das salzige Nass. 

Am Kai wartete Elena und auch die Katzen begrüßten uns. 

Nun war ich also auch auf den Lofoten. Wie es mir gefallen hat? Ich glaube, im Sommer würden mir 1,5 Tage reichen. Es ist alles ein bisschen gleich und im geistigen Auge sah ich die Wohnmobilschlangen vor und hinter mir.

Das war´s jetzt erstmal für heute. 

Danke für´s Lesen.

Ach ja… mir liegt ein Kommentar vor, mit dem ich nicht so viel anfangen kann. Es geht um das Nordlicht/Leuchtturmbild und das dieses ja was für einen bestimmten Kalender gewesen wäre, aber das „jemand“ ja nicht wollte. Von wem ist der  Kommentar? Und ist die Aussage bzgl. des Kalenders zu verstehen? Wäre nett, das zu erfahren, per Mail, bitte sehr. Danke schön.

1 Kommentar:

  1. Hallo Siggi,
    dass Du in dieser Gegend so viele Kindheitserinnerungen hast ... woher kommt das?
    Von der vielen Dunkelheit? Von der Landschaft in schwarz / weiß ?
    Deine Kindheit war wohl nicht immer einfach, hm ?

    Aber bald werden die Tage wieder heller. Noch 3 mal schlafen.

    Habt schöne Weihnachten im hohen Norden
    Grüßle
    Loewent

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