Samstag, 17. November 2012

Das Ding namens Trittsicherheit



habe ich vor ein paar Jahren verloren. Keine Ahnung, wann und wo. Aber ich sollte es schnell wiederfinden, da z.B. der Weg zum tagsüber-gute-Wetter Klohäuschen eine Treppe hoch, ein paar Stufen runter, über mehrere einzelne Holzplanken und leicht morastigen mit Steinen durchsetztem Pfad und Gras geht. 

Es ist eins dieser typischen Klohäuschen mit Herz in den Türen. Klodeckel und –brille sind aus Styropor und der Deckel wird gegen die Zugluft von unten mit einem Stein beschwert. Nachdem alles vollbracht ist, gibt man eine handvoll Sägespäne und weißes Pulver (vermutlich Kreide??) hinterher. Das Häuschen ist mit mind. vier Stahlseilen gesichert und steht auf einem Betonfundament. Es wurde vor einiger Zeit per Hubschrauber hergebracht, weil man auf dem Festland keine Verwendung mehr dafür hatte. Schade, dass die Sicht gegen eine Felswand geht, hätte man das Häusle um 90°C gedreht, dann hätte man zum Naturerlebnis noch ein schönes Panorama gratis dazu. Aber vielleicht wäre es zu sehr dem Wetter ausgesetzt. 

Oberhalb vom Abort befindet sich der Brunnen für das Trinkwasser. Irgendwie ist was mit den Wassertanks unter dem Haus „in the basement“ und daher gibt es aktuell kein fließendes Wasser. Frisches Wasser muß mittels Handpumpe (Fabrikat Sigma) in Kanister gepumpt und dann zum Haus getragen werden . Vor Verzehr wird das Wasser dann abgekocht. Die Tage kommt aber die Küstenwache und füllt die Wassertanks auf. Mal schauen, wie das funktioniert. 

Heute habe ich nun einen ersten kleinen Eindruck der Insel erhalten. Kleine Grashubbel (kleiner, schlanker und höher als die in Ísland) und Felsen (Granit) bestimmen das Bild. Zwischen den Grashubbeln scheint es sehr nass zu sein. Das Gras ist teils grün, teils braun, teils gelb. Bin gespannt, ob sich die Farben noch verändern werden. 

Der Blick nach Süden geht zu den Lofoten, die heute immer wieder zu sehen waren. Schwere Wolken hingen über und in den Bergen, die schon recht gut mit Schnee bestückt sind.

Die Zeilen oben stammen alle von gestern. Mitten im Schreiben war der Strom weg. Die Stromversorgung erfolgt über „eine“ Batterie und wenn um 22.00 eine gewisse % Zahl unterschritten wird, schaltet sich die Batterie aus. Das dient zum Schutz der Batterie, die genau genommen aus mehreren einzelnen Batterien besteht. Irgendwann in der Früh, so um 04.00, schaltet sich die Batterie wieder an. Die Batterie wird von einem solar panel und einem Diesel Generator versorgt. Der Generator ist dann heute morgen angeschmissen worden und lief dann für ein paar Stunden. Ein Teil des vom Generator produzierten Stroms geht in die Batterie, der andere Teil geht direkt ins Haus. Im Haus wird dann z.B. die Fußbodenheizung in den beiden Badezimmern angemacht, um die extra Energie zu nutzen. 

Und was gibt es zum heutigen Tag zu sagen?

Das Wetter war um ein paar Grad milder als gestern und es hat auch kaum geregnet. Windig war es auch nicht sehr. Die Sonne zeigte sich über den Lofoten und es gab schöne Lichtspiele auf dem Wasser.
Die meiste Zeit habe ich mit Stichsäge und Schmirgelmaschine im basement verbracht. Mittags habe ich einen großen Pott Pellkartoffeln gekocht und Joghurt, Sahne, Knoblauch, Öl und ein paar Kräuter gemixt. Ein Klassiker, der immer wieder gerne genommen und gemacht wird. 

Morgen hoffe ich, auf Motivpirsch gehen zu können. Mal schauen, was es hier so gibt. Es gibt am anderen Ende der Insel einen Strand. Die Felsen unten am Anleger und Bootshaus sehen auch interessant aus. Ob ich einen der Seeadler vor die Linse bekomme? Bis jetzt habe ich sie morgens zur besten Frühstückszeit unten am Wasser ihre Kreise ziehen sehen. Die eine oder andere Möwe hat sich auch schon gezeigt. 

Oh, Essen ist fertig. :o)

Gehabt euch wohl und einen schönen Sonntag. 

P.S.: ganz spezielle rot schwarze Grüße an Günter, Thomas und Martin. Und an alle anderen beglubbten. Bazis geboxt! Yeah!

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