Donnerstag, 15. November 2012

Oh, how the boat rocks



… singen Múm in einem ihrer Lieder, nein, tun sie nicht, das Verb ist drift… und überhaupt passt das ganze Lied nicht zu der Überfahrt nach Litløya; war mir aber vorhin egal. Die See ist schwarz und salzig und wellig und ein paar mal landete mein Po rock hart auf dem Sitz. In den Regen mischte sich Hagel, der mich Kopf und Blick auf den Bootsboden senken ließ. Lieber war mir natürlich die See zu beobachten, die diffusen Berge und Inseln in der Ferne und Nähe zu sehen. So saß ich nun auf der schwarzen See, hörte Múm´s „oh, how the boat rocks“ und hielt mich mit der linken Hand an einem Seil fest. Den Griff lockerte ich jedoch zunehmend und manchmal lag das Seil nur locker in meiner Hand. Mein Rollkoffer, die Gasflasche und noch ein paar Dinge machten ein paar Hüpfer und hörten bestimmt auch irgendein ein Lied. Neben mir saß Sam aus Hongkong. Am Steuer stand Gijsbert. 

Der Wind kam von vorne, warum soll der Wind von vorne auch nur den Radlern vorbeihalten sein, gell. Und Vorne ist dort, wo wir hin mussten. Wie lange die Überfahrt nun dauerte, weiß ich nicht, bei gutem Wetter sind es 15 Minuten, es können aber auch 30 werden, ich denke wir lagen da irgendwo in der Mitte. Der Regen und Hagel kam und ging. Es gab eine sehr ruhige Phase, in der Gijsbert ordentlich Gas gab. Ha, dachte ich: Speed Junky. Jaja… die Hand am Gashahn und ab dafür. Das ruhige Stück blieb jedoch recht kurz, dann waren wir wieder voll im Wind und wofür andere teuer Geld ausgeben, bekamen wir gratis. Kalt war es jedoch nicht, nur nass.

Nun war das Boot also das letzte Verkehrsmittel für die Anreise. Auto, Zug, Bus, Boot. Heute Mittag ging es ja mit dem Bus von Sortland eine Stunde durch die Inselwelt, die sich vom Wetter her mit zwei Gesichtern präsentierte. Es ging los in Schnee und Regen und endete nur im Regen. Irgendwann gab es einen Schnitt und es war nur noch eine Graslandschaft und keine Spur mehr von Schnee und Eis. 

An der Bibliothek setzte mich der Fahrer ab und zeitgleich kam ein RAV4 auf den Parkplatz geschossen und Gijsbert und ein anderer, von dem ich bisher nichts wusste, eben Sam, der auf dem Boote neben mir saß, begrüßten mich. Es mussten noch ein paar Dinge erledigt werden. Müll zur Sammelstelle bringen und einkaufen. Eile war geboten, weil Gijsber nicht im Dunkeln zurückfahren wollte und der Wind nahm stetig zu. Wie sagte vorhin Elena: ich bin zwischen zwei Stürmen gekommen. Die nächsten Tage soll sich das Wetter jedoch beruhigen.

Nun bin ich also auf der anderen Insel. Eine Insel aus Granit. Jaja… wie ein Felsen aus Granit… oder wie es vorhin ein bisschen aussah: ein Fels in wilder Brandung. Hihi… 

Das Haus gefällt mir schon mal sehr gut. Es gibt mehr Räume als man vermutet, es ist nun 100 Jahre alt und zieht an einigen Ecken, wie es sich für so ein Haus gehört, allerdings wird natürlich versucht, die zugigen Ecken zu reduzieren. Mein Raum ist unten mit Blick auf das Meer. Aktuell finden sich Regentropfen an dem großen Fenster ein, nicht ganz freiwillig, es windet doch ein bisschen. Leider höre ich den Wind noch nicht. Wenn ich hinter die Spiegelung schaue sehe ich ein paar Lichter; entweder Positionslampen von irgendwas oder das Licht scheint von den Lofoten herüber. Hinter mir läuft ein mobiler Gasofen, so wie ich ihn aus den meisten Hütten in Ísland kenne. 

Wir sind hier nun also zu viert, Elena, Gijsbert und Sam. Und dann noch zwei Katzen. Sarah und Sirius.
Ich wette, Sirius pennt jetzt oben in dem „neuen“ Zimmer auf der neuen „Liege“ neben dem Bollerofen. Da tut er auch gut dran, der Sirius, was die Sarah macht weiß ich nicht. Sie ist sehr scheu und scheint etwas nervös zu sein. Ich werde es dem Sirius gleich tun. Laptop und Gasofen aus und dann dürfen die Bilder und Eindrücke des Tages kommen.

Gehabt euch wohl.

2 Kommentare:

  1. keine hunde???? geht ja garnicht ;-)), grins. schön, dass du gut angelandet bist ;-)

    AntwortenLöschen
  2. LOL. Hunde wären auch noch was...LOL.

    AntwortenLöschen