Huch! Schon hell? Wie spät? 09.30. Oh, schon! Blick aus dem
Fenster. Naaaaaaaaaaaaaaaa… die Lofoten nicht zu sehen. Schaut nach Regen aus.
Also erstmal aufstehen und frühstücken. Selbstgemachtes Brot, norwegischen
Käse, Camembert, rote Johannesbeermarmelade. Als Heißgetränk heute keinen
Kaffee, sondern einen grünen Tee.
Das Wetter blieb stabil unschön, bzw. bewölkt, und daher
packte ich meine sieben Sachen und machte mich auf den Weg zum anderen Ende.
Es war recht mild, ein bisschen Wind und evtl. ein paar
Tropfen Regen. Zu Hause wäre es ein: ich bleib heute im Haus und schlafe Tag
gewesen.
Die Insel hat ein paar kleinere Bergchen und einen etwas
höheren. Über dem höchsten zogen vier Adler ihre Kreise. Auf der größeren
Nachbarinsel brüten auch ein paar und manchmal treffen sich die Vögel. Elena
sprach von ca. 8 Tieren insgesamt. Die andere Insel ist ein Steinwurf entfernt
und hat einen recht markanten Berg.
Das nördliche Ende von Litløy ist flacher und hat einen
Sandstrand. Der Strand ist allerdings sehr überschaubar, was ich fürs Knipsen
gar nicht so schlecht finde. Es gibt weißen Sand, Seetang, ein bisschen Müll
(haha), ein paar Steine und ein bisschen Treibholz. Ansonsten gibt´s noch die
Überreste der Häuser, die hier mal standen. War mal ein kleiner wohlhabender
Handelsort. Zu Spitzenzeiten haben dort 75 Menschen gelebt. Aber als sich
Norwegen auf die Fahne geschrieben hat, dass jeder im Land mit elektrischen
Strom versorgt werden soll, hat man Leuten, die recht abgelegen gelebt haben,
den Umzug in leichter erreichbare Gegenden mit ein paar Kronen versüßt.
So verbrachte ich die Zeit dort mit meinem Fotozeugs, nahm
mir aber auch die Zeit, mich in eine trockene Kuhle zu legen und zuzuschauen,
wie sich das Meer an den Felsen bricht, wie sich der Berg auf der anderen Insel
so gibt und wie sich das Gras im Wind wiegt. Wind und Regen? Keine Ahnung.
Irgendwann ist´s dann aber doch zu kühl geworden und ich trat den Weg nach
Hause an.
Auf dem Weg sah ich Roco, wir winkten uns zu und jeder ging seiner
Wege. Roco ist sehr nachdenklich. Er erinnerte mich als er am Strand auf und ab
ging an eine Zeile aus einem Joy Division Lied: here come the young men with
the weight of the world on their shoulders. Nun ja, er ist 19…
Das war´s dann für heute. Die Nachtruhe naht.
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