… singen Múm in einem ihrer Lieder, nein, tun sie nicht, das
Verb ist drift… und überhaupt passt das ganze Lied nicht zu der Überfahrt nach Litløya; war mir aber vorhin egal. Die See ist schwarz und salzig und wellig
und ein paar mal landete mein Po rock hart auf dem Sitz. In den Regen mischte
sich Hagel, der mich Kopf und Blick auf den Bootsboden senken ließ. Lieber war
mir natürlich die See zu beobachten, die diffusen Berge und Inseln in der Ferne
und Nähe zu sehen. So saß ich nun auf der schwarzen See, hörte Múm´s „oh, how
the boat rocks“ und hielt mich mit der linken Hand an einem Seil fest. Den
Griff lockerte ich jedoch zunehmend und manchmal lag das Seil nur locker in
meiner Hand. Mein Rollkoffer, die Gasflasche und noch ein paar Dinge machten
ein paar Hüpfer und hörten bestimmt auch irgendein ein Lied. Neben mir saß Sam
aus Hongkong. Am Steuer stand Gijsbert.
Der Wind kam von
vorne, warum soll der Wind von vorne auch nur den Radlern vorbeihalten sein,
gell. Und Vorne ist dort, wo wir hin mussten. Wie lange die Überfahrt nun
dauerte, weiß ich nicht, bei gutem Wetter sind es 15 Minuten, es können aber
auch 30 werden, ich denke wir lagen da irgendwo in der Mitte. Der Regen und
Hagel kam und ging. Es gab eine sehr ruhige Phase, in der Gijsbert ordentlich
Gas gab. Ha, dachte ich: Speed Junky. Jaja… die Hand am Gashahn und ab dafür.
Das ruhige Stück blieb jedoch recht kurz, dann waren wir wieder voll im Wind
und wofür andere teuer Geld ausgeben, bekamen wir gratis. Kalt war es jedoch
nicht, nur nass.
Nun war das Boot
also das letzte Verkehrsmittel für die Anreise. Auto, Zug, Bus, Boot. Heute Mittag
ging es ja mit dem Bus von Sortland eine Stunde durch die Inselwelt, die sich
vom Wetter her mit zwei Gesichtern präsentierte. Es ging los in Schnee und
Regen und endete nur im Regen. Irgendwann gab es einen Schnitt und es war nur
noch eine Graslandschaft und keine Spur mehr von Schnee und Eis.
An der Bibliothek
setzte mich der Fahrer ab und zeitgleich kam ein RAV4 auf den Parkplatz
geschossen und Gijsbert und ein anderer, von dem ich bisher nichts wusste, eben
Sam, der auf dem Boote neben mir saß, begrüßten mich. Es mussten noch ein paar
Dinge erledigt werden. Müll zur Sammelstelle bringen und einkaufen. Eile war
geboten, weil Gijsber nicht im Dunkeln zurückfahren wollte und der Wind nahm
stetig zu. Wie sagte vorhin Elena: ich bin zwischen zwei Stürmen gekommen. Die
nächsten Tage soll sich das Wetter jedoch beruhigen.
Nun bin ich also
auf der anderen Insel. Eine Insel aus Granit. Jaja… wie ein Felsen aus Granit…
oder wie es vorhin ein bisschen aussah: ein Fels in wilder Brandung. Hihi…
Das Haus gefällt
mir schon mal sehr gut. Es gibt mehr Räume als man vermutet, es ist nun 100
Jahre alt und zieht an einigen Ecken, wie es sich für so ein Haus gehört,
allerdings wird natürlich versucht, die zugigen Ecken zu reduzieren. Mein Raum
ist unten mit Blick auf das Meer. Aktuell finden sich Regentropfen an dem
großen Fenster ein, nicht ganz freiwillig, es windet doch ein bisschen. Leider
höre ich den Wind noch nicht. Wenn ich hinter die Spiegelung schaue sehe ich
ein paar Lichter; entweder Positionslampen von irgendwas oder das Licht scheint
von den Lofoten herüber. Hinter mir läuft ein mobiler Gasofen, so wie ich ihn
aus den meisten Hütten in Ísland kenne.
Wir sind hier nun
also zu viert, Elena, Gijsbert und Sam. Und dann noch zwei Katzen. Sarah und
Sirius.
Ich wette, Sirius
pennt jetzt oben in dem „neuen“ Zimmer auf der neuen „Liege“ neben dem
Bollerofen. Da tut er auch gut dran, der Sirius, was die Sarah macht weiß ich
nicht. Sie ist sehr scheu und scheint etwas nervös zu sein. Ich werde es dem
Sirius gleich tun. Laptop und Gasofen aus und dann dürfen die Bilder und
Eindrücke des Tages kommen.
Gehabt euch wohl.
keine hunde???? geht ja garnicht ;-)), grins. schön, dass du gut angelandet bist ;-)
AntwortenLöschenLOL. Hunde wären auch noch was...LOL.
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