Mittwoch, 14. November 2012
der Zoch kütt...
Das 4711 vom wiederbelebten Dauerbrennerparfüm leuchtete über den Gleisen des Kölner Hbfs in all seiner Frische. Ich stand am Gleis 7 und fühlte mich alles andere als frisch. Immer dieser "Streß" vor Urlaubsreisen. Viel zu viel Gepäck wird mich begleiten. Zum Glück haben mich meine Vermieter netterweise zum Bahnhbof gefahren, sonst hätte ich mir einen HotPot mit 4711 gewünscht!
Voraussichtlich werde ich nun drei Tage unterwegs sein. Drei Züge, drei Busse, ein Boot.
Im Geiste ging in am Gleis 7 die Reiseplanung durch, scannte mein Gepäck, hing mit meinen Gedanken zu Hause auf dem sicheren Sofa und im Geiste sah ich die beiden kommenden Derbys... letzterer grausiger Gedanke riss mich ins Hier und Jetzt und da kam auch schon d´r Zoch.
Mein Liegewagenabteil hatte ich die gesamte Fahrt nach Kopenhagen für mich. Schlafen ging dann auch irgendwann mal - was bin ich froh, dass ich mit Ohrstöpsel schlafen kann. Fahrt und Ankunkft in Kopenhagen waren ohne nennenswerte Ereignisse.
Um kurz nach halb zwölf kam dann auch der Schnellzug nach Stockholm. Gepäck verstaut, mich verstaut. Es kann losgehen. Das Züge erstmal so vor sich hinzuckeln, bevor sie aus dem Wirrwarr der Stadt sind ist normal. Nun kam aber kurz nach Abfahrt die Durchsage, dass man in Malmö aussteigen solle, in einen der bereitstehenden Busse steigen solle und in Lund solle man wieder aussteigen und in den bereitstehenden Zug nach Stockholm steigen. Nun gut. Gepack eingesammelt und zu den Bussen gelaufen. Das verlief alles relativ reibungslos, aber gefühlt ging alles irgendwie zu langsam. Die Busfahrt dauerte so ca. 25 Minuten. (Hab grad mal geschaut, wo Malmö und Lund überhaupt liegen...) Als Grund wurde ein Unfall auf de Strecke Malmö - Lund angegeben. Beide Richtungen waren gesperrt.
Der Zug stand leider noch nicht bereit, wurde aber angezeigt, bzw. angesagt. Gefühlt war mein Puffer von 1h20min. jedoch aufgebraucht, aber Züge warten ja auch aufeinander und mein Anschlußzug in Stockholm war nicht irgendein daher-gelaufener-ich-fahre-jede-Stunde-Regionalexpress.
Letztendlich hatte ich knappe 15 Minuten Zeit, durch den Stockholmer Bahnhof zu turnen; zur besten Feierabendszeit. Für den Weg brauchte ich letztendlich ca. 7 Minuten. Hier am Zug das gleiche Spiel wie in Köln, nur diesmal war es ein 6er-Abteil und voll belegt. Die Ohrstöpsel habe ich auch gleich in den Öhrchen platziert und diesmal mußte ich auch eine leichte Augenbinde tragen, da mich das Licht vom Flur und die kleine rote Lampe über meinem Kopf doch arg störten.
Wach- und Schlafphasen wechselten sich ab. In einer der letzten Wachphasen lachte mich eine dünne Schicht Schnee zwischen den schwarzen Bäumen an. Eine gute Stunde später war es schon erheblich mehr Schnee und auch Zeit, aufzustehen und den Speisewagen aufzusuchen; und dieser hatte sich über Nacht verwandelt. Hatte mich auf den recht gemütlichen Speisewagen gefreut... aber der wurde unterwegs abgehängt und an einen anderen Zug gehängt und wir haben einen anderen bekommen. Normalerweise kriege ich diese langen Stops mit, aber diesen habe ich komplett verpennt. Also doch tiefer und besser geschlafen als gedacht.
Meinem Kaffeedurst war das alles jedoch herzlich egal und mit den ersten Schlücken kam ich auch langsam wieder in die Spur. Draußen zog nun das in
Weiß gekleidete schwedische Tiefland an mir vorbei. Die Sonne kam langsam raus und es gab dieses hervorragende Licht, welche mich alle Strapazen vergessen lassen. Bei einem Stop (for the iron train from Kiruna, wie mir Stolz ein älterer Mann aus Kiruna erzählte) konnte ich neben den Gleisen einige Rentiere beobachten und knipsen. Sehen aus wie in Ísland. :o) Nur, dass dort nicht so viel Bäume im Weg stehen. *G*
In Kiruna hatte ich endlich Gelegenheit an die frische Luft zu gehen. 10 Minuten Aufenthalt, weil die Lock gewechselt wird. Die Strecke zwischen Kiruna und Narvik ist Eisenbahn technisch sicherlich eine der anspruchsvolleren. Es geht irgendwann durch die Berge und dann runter zum Meer. Da Bahn und Straße nicht die ganze Zeit parallel zueinander verlaufen kann ich nicht sagen, wie lang die Bahnstrecke ist; evtl. so um die 120km? Planmäßig braucht der Zug für die Strecke über zwei Stunden. Diese Fahrt verlief wie geplant und kurz vor Eintritt der Dunkelheit erreichte ich Narvik.
Vor den Bergen war das Wetter trocken und es lag schon richtig schön viel Schnee, in den Bergen änderte sich das Wetter und nach den Bergen unten am Meer in Narvik erwarteten mich dann lauschige 3°C, Regen und vereiste Straßen. Nun hieß es auf den Bus nach Sortland Vesteralen zu warten. Der Bus kam dann auch nach Plan und die letzten 4 Stunden Fahrt, mit einmal umsteigen in ??? (erinntere mich so in der Dunkelheit an den "Busbahnhof" in Hella, ÍS, als der neu gebaut worden ist...), lagen vor mir.
Um kurz nach sieben erreichte ich dann das Hostel in Sortland. Heute also ein Bett in einem Raum, welcher nicht schaukelt. Aber vielleicht erledigt das ja der Wind der vorhin aufgekommen ist.
Morgen mittag geht es dann mit Bus und Boot weiter. Die Wettervorhersage für morgen verspricht Regen und Wind.
Ach ja. Wirklich dunkel ist es so gegen 15.00 geworden. Wann es hell wird kann ich noch nicht sagen, da ich ein gutes Stück weiter nördlich als heute morgen bin.
Gute Nacht und gehabt euch wohl.
P.S.: irgendwie klappt das mit den Absätzen nicht... :(
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Also im Sommer war das eine schöne Strecke...
AntwortenLöschenIch wünsche dir einen guten Start. :)
LG, Silke
JaJa, wenn einer eine Reise tut...
AntwortenLöschenSpannende Tour bisher.
Bin gespannt, wie sich Dir die Insel und der Leuchtturm präsentieren werden. Viel Spass weiterhin.
Rot-Schwarzen Gruß
Günter
Absätze ... schreibst du im "Verfassen" oder im "HTML"-Modus? Unter "Verfassen" klappt es eigentlich ganz gut, da muss man so gut wie nichts beachten.
AntwortenLöschenMonique