So.
Gestern standen irgendwie die Hard Facts im Vordergrund. Als ich dann das Licht ausgemacht habe und ein bisschen zur Ruhe kam purzelten die Soft Facts munter herein. Ja, kommt alle her. Ich will schlafen, aber was soll´s.
Ein Nachteil der Nachtzüge ist natürlich, dass man von der Landschaft und wie sie sich verändert kaum etwas mitbekommt.
Die Landschaft im morgendlichen Dänemark erinnerte mich teils an England, teils an das Bergische Land (östlich von Köln) und an die Gegend, aus der ich ursprünglich komme. Letzteres vorallem wegen den Birken. Dänemark habe ich bisher nur als reines Durchreiseland erlebt; dieses wird wohl auch so bleiben.
Südschweden zog in Bus und Zug an mir vorbei; da ist auch nichts hängen geblieben. Ach doch ja, irgendwann sind ein paar schicke Seen aufgetaucht. Durch die lichten Wälder konnte man auch die typischen Häuser sehen. Die "traurigen" Bäumen bildeten zu den bunten Häusern einen schönen Kontrast und so ein Haus an einem See hat definitiv was.
Dann kam ja die Nacht und von dem Schnee im mittleren oder schon nördlichen Schweden am morgen habe ich ja schon geschrieben.
Vielen von euch friert es sicherlich schon allein, wenn sie das Wort "Schnee" lesen, ja, frieren tu ich mitunter auch, es entsteht auch ein gewisses Unbehagen, aber auch eine unwahrscheinliche Faszination; vorallem im Zusammenspiel mit der tiefstehenden Sonne und das Licht, welches dann über dem Land liegt. Die langen Schatten der Schneeverwehungen, die sanften Berge in der Ferne, das Wolkenspiel am Himmel und die Stille, von der man durch die Fensterscheibe des Zuges getrennt ist.
Der Schnee nahm nach Kiruna ein bisschen zu und die Fernsichten verschwanden. Der Blick blieb immer öfters an steilen Hängen kleben. Eine Landschaft aus Schwarz und Weiß zog an mir vorüber, die Berge waren irgendwann jedoch nur schemenhaft zu erkennen und ein leichter Schneefall setzte ein. Aber kein Wind, zumindest nichts dramatisches.
Die Hänge waren teilweise von gefrorenen Wasserfällen übersät und die Feindlichkeit der Umgebung nahm mit Höhe zu. Ich muß mich mal erkundigen, wie lange der Bau der Eisenbahnstrecke, Kiruna - Narvik, gedauert hat. Es muß ein weiterer unwahrscheinlicher Kraftakt der Menschheit gewesen sein. Im Frühjahr hat man hier mit der Schneeschmelze zu tun, im Sommer dann mit Regen und dann kommen Herbst und Winter mit ihrer Dunkelheit und nochmehr Nässe, Kälte und Stürmen. Kein einfaches Unterfangen. Beim Einschlafen habe ich überlegt, ob bei der Planung und beim Bau die Hilfe der Schweiz in Anspruch genommen worden ist, die können ja ganz gut Eisenbahnstrecken in Berge hauen. War es gar ein Joint-Venture zwischen Schweden und Norwegen? Zwischen beiden Ländern gab/gibt es immer wieder Spannungen. Über letzteres werde ich sicherlich die nächsten Wochen einiges erfahren.
Im Bus von Narvik nach Sortland überlegte, ich, ob das nun alles hier richtig neu für mich ist oder nicht. Nein. Es sieht alles so bekannt aus. So normal. Seltsamerweise habe ich in Ísland selbst an Orten, wo ich schon oft war immer wieder das Gefühl, dass ich zum ersten mal dort bin, bzw. das es jedes mal irgendwie anders ist (außer vielleicht am Campingplatz in RVK. Höhö). *amKopfkratz* Jetzt wo ich drüber nachdenke... jedes mal wenn ich im Max-Morlock-Stadion in meinen Block zu meinem Platz gehe ist es auch immer wieder was neues. Wahrscheinlich, weil man nicht weiß, wie das alles ausgeht?! *nochmehramKopfkratz*. So, bevor ich hier völlig *abkratze* sollte ich lieber auf die Uhr schauen und in die Pötte kommen.
Die Hard Facts greifen wieder: um elf muß ich ausschecken. Einen Supermarkt sollte ich ebenfalls aufsuchen und dann zum Busbahnhof zuckeln. Um zwöf geht der Bus nach Steine.
Gehabt euch wohl.
P.S.: Monique, danke für den Tip! Ich hatte auf der Blogstartseite auf "Post erstellen" geklickt... und hatte weder auf Verfassen noch auf HTML geklickt. Nun passt es aber. Merci. :)
es ist eine freude, deine berichte zu lesen.......lass es dir gut gehen ;-)))
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